Deutsch-polnische Männerfreundschaft im Krieg

Werner wurde 1928 als 13. Kind einer Bergarbeiterfamilie in Bochum geboren. Da seine Mutter bei seiner Geburt gestorben war und sein leiblicher Vater sich neben seiner Arbeit nicht um seine Familie kümmern konnte, wuchs er bei Tante Anna und Onkel Karl in Düsseldorf auf.

Adele war 21, er 24 Jahre alt, als sie 1952 heirateten. Im August 1950 hatten sie sich auf einer Baggerlochinsel kennen gelernt.

Werner sah sich selbst als ausgesprochenen Spätzünder – in jeder Beziehung. Das betraf aber vor allem seinen beruflichen Werdegang. Durch die Kriegszeit machte er erst 1942 seinen Schulabschluss und begann eine Lehre als Chemielaborant, da ihn die Laborarbeit interessierte, und zwar bei den Deutschen Röhrenwerken in Düsseldorf-Lierenfeld.


Stanis: Kein "Untermensch", sondern Freund für's Leben

Werner berichtet: „In den ersten Wochen meiner Lehrzeit musste ich nur spülen. Dann lernte ich einen deutschsprechenden polnischen Kriegsgefangenen kennen, der auch im Labor arbeitete. Dieser Mann, Stanislaus B., der etwa zehn Jahre älter als ich war, spielte eine besondere Rolle in meinem Leben.

Er war mit anderen sogenannten Fremdarbeitern in Eller auf der Jägerstraße untergebracht. Ich merkte allmählich, dass dieser Stanis gar kein „Untermensch“ (1) war, wie die Nazis (2) es propagiert hatten, sondern ein freundlicher, kultivierter Mensch, der mir ein Freund wurde.

Wir erzählten uns Witze und brachten uns gegenseitig deutsche und polnische Lieder bei. So lernte ich auch ein wenig Polnisch – noch heute kann ich polnische Lieder singen. Wir verstanden uns immer besser. Manchmal brachte ich ein Bier aus der Kantine mit und trank es gemeinsam mit Stanis, der als Gefangener nie Bier bekam.

Im September 1944 diskutierten Stanis und ich beim Bier über die Landung der Alliierten in der Normandie (3). Ich sagte: „Wenn es uns nicht gelingt, die Amerikaner innerhalb von zwei, drei Wochen zurückzuschlagen, dann habt ihr den Krieg gewonnen. Wenn nicht, dürfte der Krieg nicht mehr dauern." Er sollte Recht behalten.

Stanis erzählte mir, wie er an der ostpreußischen Grenze in Gefangenschaft geraten war. Sein Vater war verstorben, von seiner Mutter hatte er lange nichts gehört. Sie wohnte in Wilna (heute Vilnius, 4), das damals polnisch war und später sowjetisch wurde. Eine postalische Kontaktaufnahme zu ihr kam nicht zustande.

Es wurde damals nur Feldpost ins Ausland transportiert oder Briefe von Deutschen, die Verwandte im Ausland hatten. Ich hatte Verwandtschaft in Spanien. Ein Bruder meiner Mutter war 1912 als Monteur der Demag nach Madrid gegangen. Er blieb dort auch während des Ersten Weltkriegs (5), auch wenn zu diesem Zeitpunkt viele Deutsche Spanien verlassen hatten. Als Schlosser hatte er sich hochgearbeitet und arbeitete später als Ingenieur in Spanien. Er war aber auch sehr gut in seinem Beruf.

Er heiratete Philomena, eine Spanierin. Mit ihren Kindern und Enkeln stehen wir noch heute in Kontakt.

Briefe an die Mutter mit Kontrollkarte

Ich besaß eine sogenannte Auslandskontrollkarte (6), mit der es Deutschen erlaubt war, ins Ausland Briefe zu schicken. Es war darauf zum Glück nicht vermerkt, in welches Land man etwas schicken durfte. Ich bot nun meinem Freund Stanis meine Hilfe an. Stanis schrieb also seiner Mutter in meinem Namen einen Brief, den ich dann zur Post trug, wo die Auslandskontrollkarte abgestempelt wurde, und nach zwei oder drei Wochen kam die Antwort von Stanis Mutter an meine Adresse.

So funktionierte danach der Briefverkehr zwischen Mutter und Sohn, später auch der zwischen Wladek, einem anderen polnischen Gefangenen, und seiner Frau. Da auch andere Kriegsgefangene von dieser Postverkehrsmöglichkeit Gebrauch machen wollten, wickelte ich dann den Briefwechsel von mehreren Polen über meine Auslandskontrollkarte ab, allerdings nur ein paar Mal, denn es wurde zu gefährlich. Wenn das bekannt geworden wäre, hätte das für mich unangenehm werden können. Für Stanis habe ich aber während des ganzen Krieges den Briefverkehr abgewickelt. Die Briefübergabe klappte meistens am Arbeitsplatz im Betrieb.

Aber als Stanis mal für eine längere Zeit krank war, musste eine andere Möglichkeit gefunden werden. Wir verabredeten folgendes: Nach Einbruch der Dunkelheit fuhr ich mit dem Fahrrad zur Jägerstraße und am Lager entlang. Auf der Höhe des Lagers pfiff ich die Anfangsmelodie des polnischen Liedes – auf deutsch: „Du gefällst mir“. Wenn Stanis auf der anderen Seite der Mauer das hörte, pfiff er die Fortsetzung des Liedes, und ich konnte den Brief über die Mauer werfen.

Die Bewacher des Lagers auf der Jägerstraße, in dem Stanis untergebracht war, waren sehr alte Soldaten, die für den Kriegseinsatz nicht mehr tauglich waren. Es waren sogenannte Landesschützen, die nur in der Heimat eingesetzt wurden.

Paket für die Frauen im anderen Lager

Als meine Einberufung bevorstand, sagte ich zu Stanis: „Pass auf, wenn die Bewachung ausgetauscht wird und die SS (7) als Bewachung kommt, dann musst du verschwinden.“ Mit Zustimmung meiner Mutter riet ich ihm, in unserem Keller Zuflucht zu suchen. Dort lagerten sowieso eine ganze Menge an Lebensmitteln, vor allen Dingen Reis, die Stanis von der amerikanischen YMCA (8) bekommen hatte.

In den Paketen waren auch Zigaretten. So hatte ich von Stanis Chesterfield-Zigaretten, die ich zwar nicht rauchte, aber zum Tauschen gut gebrauchen konnte.

Der Notfall trat für Stanis glücklicherweise nicht ein. Die Bewachung im Lager blieb, und Stanis musste nicht vor der SS fliehen.

Die Männer im Lager auf der Jägerstraße hatten Kontakt zu einem Lager mit polnischen Frauen in Oberursel bei Frankfurt. Für diese Frauen packten die im Düsseldorfer Lager lebenden Polen im Juli 1944 ein wunderbares Paket mit Zigaretten, Bohnenkaffee, Süßigkeiten und anderen Herrlichkeiten, die die Männer aus Amerika bekommen hatten.

Mit diesem Paket fuhr ich mit dem Zug nach Frankfurt und dann mit der Straßenbahn nach Oberursel. Obwohl das Lager eingezäunt und bewacht war, gab es für mich kein Problem, in das Lager zu gelangen. In diesem Lager lebten ausländische Zivilarbeiter, die häufig zunächst auf freiwilliger, später jedoch in der Regel auf erzwungener Basis im Arbeitseinsatz im „Deutschen Reich“ arbeiteten. Ich gab das Paket bei den Frauen ab, die sich sehr freuten, und ich konnte sogar in einer der Baracken übernachten. Am nächsten Tag fuhr ich wieder nach Düsseldorf zurück.

Es folgte der sogenannte „freiwillige“ Kriegsdienst, auf den ich an anderer Stelle (Schule/Krieg/Nationalsozialismus: „Erst Begeisterung für die Fliegerei, dann zerstörte Häuser“) einging.

Nach Kriegsende: Mit polnischer Uniform nach Frille

Als die Amerikaner nach dem verlorenen Krieg nach Düsseldorf kamen, wurden Stanis und seine polnischen Kameraden in das Dorf Frille in der Nähe von Minden verlegt, wo sie bis Januar 1946 bleiben mussten. Viele konnten wie Stanis nicht sofort in ihre Heimat zurück, da Litauen von den Russen besetzt war, und die Umsiedlungen in Polen begonnen hatten.

Einmal habe ich Stanis in Frille besucht. Es war Weihnachten 1945. Um in das Lager zu kommen, trug ich eine polnische Uniform. Dort wurde viel gesungen, und ich sang mit. Ich erinnere mich an ein Lied, bei dem im Refrain das entscheidende Wort “zò“ (übersetzt: was) vorkam. Als ich an dieser Stelle plötzlich aus Versehen „was“ sang, schauten mich viele verdutzt an. Aber Stanis konnte den Kameraden, die mich nicht kannten, wohl ziemlich schnell erklären, warum ich als Deutscher in polnischer Uniform dort saß und polnische Lieder sang. Stanis hatte mir durch Lieder die polnische Sprache nahe gebracht.

Wiedersehen nach 32 Jahren

Nachdem Stanis 60 geworden war, durfte er zum ersten Mal das Land in Richtung Westen verlassen. Er besuchte uns 1978 in Düsseldorf mit seinem Neffen und dessen zwei kleinen Söhnen. Das war das erste Mal, dass wir uns seit 1946 wieder gesehen haben, nach 32 Jahren. Wir hatten uns aber immer wieder geschrieben.

Es war für Stanis und mich ein unglaublich emotionaler Moment. Wir luden einige Freunde und Bekannte ein, die alle aus dem Osten stammten, und es wurde ein wunderbarer Abend, bei dem zahlreiche Anekdoten und Geschichten aus der Vergangenheit erzählt wurden.

Stanis hatte nie geheiratet. Nach dem Krieg hatte er zuerst für die UNO (9) als Übersetzer in Vietnam gearbeitet. In einem Brief schlug er einmal vor, sich in Amsterdam mit mir zu treffen, da er über Amsterdam fliegen sollte. Wir waren nach Amsterdam gefahren, aber Stanis kam nicht. Später erfuhren wir, dass seine Flugroute kurzfristig geändert worden war. Später war er in Polen Fremdsprachenlehrer, denn er sprach nicht nur Deutsch, sondern auch Russisch, Englisch und Französisch – ein richtiges Sprachgenie.

Reisen durch Polen

Stanis hatte einen Neffen und eine Nichte, die als Entwicklungshelfer in Marokko arbeiteten. Die Nichte war Lungenfachärztin in einem Krankenhaus in El Jadida bei Casablanca und der Neffe ein in der Forschung tätiger Tierarzt. Stanis Neffe holte uns in Agadir mit dem Auto ab und machte mit uns eine große Reise durch Marokko.

Wir blieben noch zwei Tage bei der Familie in Casablanca, wo wir sehr herzlich aufgenommen und überall herumgeführt wurden. Alle, die wir auf dieser Reise kennen lernten, waren darüber informiert, dass ich seit Kriegszeiten ein sehr guter Freund von Stanis war.

Stanis hatte uns auch eine Adresse in Agadir gegeben. Dort lebte ein Freund namens B., der während des Krieges in Deutschland gearbeitet hatte und jetzt in Agadir in der Touristikbranche tätig war. Wir waren Gäste dieses Freundes. Als wir uns ein Auto gemietet hatten und am Rande der Sahara durch eine menschenleere Gegend fuhren, fragte ich, was man hier im Notfall machen sollte.

Meine Frau hatte die folgende Idee: Die Stromleitungen durchschneiden, dann würde sicher jemand kommen, um sie zu reparieren und uns finden. Ich nenne meine Frau manchmal Pauline, weil sie fast so geschickt und clever ist wie ihr Vater Paul. Wenn ich nicht weiterkomme, hat sie oft eine gute Idee, die das Problem löste.

Zu Anfang der 80er Jahre machten wir nach einigen Problemen mit dem Visum eine Flugreise nach Polen. Für den Bruder eines Bekannten hatten wir ein elektronisches Ersatzteil für seinen Fiat in einem unserer beiden Koffer.

Als wir durch den polnischen Zoll gehen wollten, bat uns ein Grenzbeamter darum, einen der Koffer zu öffnen. Ich stellte ihm grinsend den Koffer mit dem Ersatzteil vor die Nase, aber der Beamte sagte: „Nein, den anderen bitte!“ Damit hatte ich irgendwie gerechnet, und so kamen wir unbehelligt durch den Zoll. Damals hatte ich noch bessere Nerven als heute.

Adele und ich hatten den Eindruck, dass alle Mitreisenden ihre Verwandten in Polen besuchen wollten und alle vom Flughafen abgeholt wurden, nur wir nicht. Wir wollten ja nur Stanis besuchen, der ein paar hundert Kilometer von Krakau entfernt in Allenstein lebte. Aber wir kamen aus dem Flughafengebäude, und da stand Stanis. Wir waren gerührt, aber Stanis sagte: „Wenn mein Freund zum ersten Mal polnischen Boden betritt, dann muss ich ihn empfangen“.

Wir hatten Stanis unsere Reiseroute mitgeteilt, und er hat dann dafür gesorgt, dass wir auf jeder der Stationen unserer Polenreise von Verwandten oder Freunden empfangen wurden – sehr zum Erstaunen unserer Mitreisenden im Bus. Einer unserer Koffer war voll mit Kaffee, Zigaretten, Strümpfen etc., so dass wir all den reizenden Menschen eine kleine Freude machen konnten.

Wer bekommt das Ersatzteil?

Aufregend war die Übergabe des Auto-Ersatzteils. Es war verabredet worden, dass wir im Wallfahrtsort Tschenstochau (10), bekannt für die „Schwarze Madonna“, dieses Teil in einer auffälligen roten Plastiktüte mitführen sollten. Ich schwenkte also diese Tüte und wartete auf den Bruder des Bekannten aus Düsseldorf, der dieses Ersatzteil brauchte. Die „Schwarze Madonna“ haben wir zigmal gesehen, aber niemand wandte sich an uns. Da ich das Kennzeichen des Autos kannte, suchte ich auf dem Parkplatz danach, aber ohne Erfolg.

Als wir gerade mit unserem polnischen Reisebus abfuhren, sah ich das Auto. Das Kennzeichen war so ähnlich wie das, was ich mir gemerkt hatte. Ich hatte wohl nur einen Zahlendreher in meinem Gedächtnis. Ich schrie sofort: „Halt!“, und der polnische Busfahrer hielt an. Als ich mit der roten Tüte zu dem Wagen kam, sprang der Fahrer hocherfreut heraus. Er hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, uns zu treffen. Er hatte uns irrtümlich in einem deutschen Bus gesucht. Er freute sich wahnsinnig über das Ersatzteil, das in Polen nicht aufzutreiben war. Dieser Mann hatte auch eine große Tüte mit Geschenken für uns – lauter gesegnete Schwarze Madonnen, die wir später Stanis Freunden weiter verschenkt haben. Alle kannten die gemeinsame Geschichte von Stanis und mir. Es war eine wunderbare Reise.

Zu unserem Reiseprogramm gehörte auch der Besuch einer Veranstaltung im Ostseebad Zoppot mit einem damals sehr berühmten polnischen Priester, dessen Name mir nicht mehr einfällt. Es war die Zeit des Lech Walesa und des politischen Wandels in Polen (11). Wir durften zwei Personen zu dieser Veranstaltung mitbringen. Deshalb nahmen wir Stanis und eine seiner Cousinen mit. Lech Walesa, der auch angekündigt war, kam leider nicht. Aber Stanis sagte: „Ich als Pole hätte nie an einer solchen Veranstaltung teilnehmen können, das hat nur durch euch geklappt.“

Der Freundschaftsschwur

Werner: „Wir hatten 1944 schon geschworen, uns wiederzutreffen und Freunde zu bleiben, wenn der Krieg beendet sein sollte, egal wo und egal, wer „Sieger“ sein sollte. Um die Sache zu besiegeln, schlugen wir gemeinsam einen dicken Nagel in die Werkbank und wollten den zweiten Nagel zusammen nach dem Krieg in Berlin einschlagen. Dazu ist es nicht gekommen, die Freundschaft aber war über all die Jahre geblieben.“

Werners Frau Adele berichtet, dass Werner 1997 das „Bundesverdienstkreuz am Bande“ (12) verliehen bekommen hat. Sie hatte alle Informationen zusammengetragen, die das Bundespräsidialamt für seine Entscheidung benötigte, und zwar für alles, was ihr Mann in seinem Leben geleistet hatte. Dabei war es ihr besonders wichtig zu betonen, wie mutig und anständig er im Krieg gewesen war, als er polnischen Kriegsgefangenen half und mit ihnen Freundschaften pflegte, wobei er sich eigenständig über die Nazi-Propaganda hinwegsetzte und sich in Gefahr begab. Diese Haltung hielt sie immer für wesentlicher als seine vielen Ehrenämter, unter anderem im Sportbereich, als Schöffe, ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht, bei den Strafkammern und beim Schwurgericht, als Betriebsrat und als Aufsichtsrat.

Ein Held war ich nicht

Werner: „Manche haben später gesagt, ich sei ein Widerstandskämpfer gewesen. Das war ich aber nicht und hab das immer verneint. Ich habe immer nur so gehandelt, wie ich glaubte, als Mensch handeln zu müssen. Ein Held war ich nicht.

An eine Begebenheit aus meiner Zeit als Mitglied der Düsseldorfer Bezirksvertretung 3 (Bilk) erinnere ich mich noch gut. Ich machte in einer öffentlichen Sitzung den Vorschlag, den bisher unbenannten Platz am Fürstenwall, Ecke Kronprinzenstraße ‚Leo-Statz-Platz‘ zu benennen, der dort einmal gewohnt hatte – und den ich in meiner Kindheit selbst erlebt hatte. Ich versuchte, alle anderen Mitglieder der Bezirksvertretung davon zu überzeugen, dass er diese Ehrung verdient hatte.

Leider enthielten sich die Mitglieder einer großen Fraktion der Stimme – trotz der Enthaltung wurde dem Platz dann der Name Leo-Statz-Platz (13) gegeben“.

(1) Grundlage für die Behandlung von Kriegsgefangenen sollte die „Haager Landkriegsordnung“ von 1907 bilden, wonach Gefangene mit Menschlichkeit und „in Beziehung auf Nahrung, Unterkunft und Kleidung“ auf demselben Fuße zu behandeln seien, wie die Truppen der Regierung, die sie gefangen genommen hat“. Die „Genfer Kriegsgefangenen-Konvention“ von 1929 beinhaltete weitere Bestimmungen über einen humanen Umgang mit Gefangenen einschließlich des Verbots, sie zu „unzuträglichen und gefährlichen Arbeiten zu verwenden“. Allerdings erkannte die deutsche Führung den Schutz des Kriegsvölkerrechts für die nach dem Überfall auf Polen in deutsche Kriegsgefangenschaft geratenen 400.000 polnischen Soldaten nicht an. Sie aberkannte den Soldaten das Statut als Kriegsgefangene mit der Begründung, dass ein nicht mehr existenter polnischer Staat über keine bewaffneten Organe verfügen könnte. Die Gefangenen konnten zu Zivilisten erklärt und als sogenannte Zwangsarbeiter in der deutschen Industrie oder Landwirtschaft eingesetzt werden.

Quelle: Fußnote aus dem Buch „Langweilig war es nie ...“

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(2) Nazi ist das Kurzwort für Anhänger des Nationalsozialismus = Nationalist.

Der Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitische, rassistische, nationalistische (chauvinistische), völkische, sozialdarwinistische, antikommunistische, antiliberale und antidemokratische Ideologie. Seine Wurzeln hat er in der völkischen Bewegung, die sich etwa zu Beginn der 1880er Jahre im deutschen Kaiserreich und in Österreich-Ungarn entwickelte. Ab 1919, nach dem Ersten Weltkrieg, wurde er zu einer eigenständigen politischen Bewegung im deutschsprachigen Raum. …

Quelle: wikipedia

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(3) Landung der Alliierten in der Normandie: Das Wort Alliierte stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Verbündete, die ein Bündnis geschlossen haben, zumeist einen Krieg. Dabei musste es sich nicht um einen formellen Vertrag handeln, ein koordinierter Kampf gegen einen gemeinsamen Gegner reichte aus.

Die Alliierte Invasion in der Normandie – oder Operation Overlord – ab dem 6. Juni 1944 für die in Nordfrankreich 1944 stattgefundene Landung der Westalliierten der Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg führte im Westen Europas zur Errichtung der zweiten Front gegen das Deutsche Reich. Die Landung, vorwiegend mit Hilfe von Schiffen und massiver Luftunterstützung, erfolgte im Wesentlichen an der französischen Küste des Ärmelkanals östlich von Cherbourg in der Normandie. Der erste Tag wird auch D-Day (evtl. nach dem Wort „Débarquement“) oder „der längste Tag“ genannt. Die erfolgreiche Landung brachte der Sowjetunion die seit längerem gewünschte Entlastung der Roten Armee beim Kampf gegen die Wehrmacht.

Quelle: wikipedia

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(4) Als die deutsche Wehrmacht im September 1939 in Polen einmarschiert war, wurde der bis dahin polnisch besetzte Teil Litauens gemäß der Absprache des Deutsch-Sowjetischen-Nichtangriffspaktes von der Roten Armee besetzt. Vilnius wurde am 19. September 1939 eingenommen. Für wenige Wochen war Vilnius Teil der Weißrussischen Sowjetrepublik, im Oktober wurde die Stadt formell an Litauen gegeben. Litauen wurde am 15. Juni 1940 wieder Hauptstadt des Landes, der Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

Quelle: wikipedia

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(5) Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa in Vorderasien, Afrika, Ostasien und auf den Ozeanen geführt. Etwa 17 Millionen Menschen verloren dadurch ihr Leben …

Quelle: wikipedia

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(6) Um während des Zweiten Weltkrieges Briefe ins Ausland schicken zu dürfen, musste man bei dem für den Wohnsitz zuständigen Polizeirevier einen Antrag mit einer dazu gehörigen Begründung abgeben. Bei der Einlieferung eines Briefes auf dem Postamt musste die Kontrollkarte zusammen mit dem Personalausweis am Schalter vorgelegt werden. Der Brief wurde durch den Tagesstempel in der Kontrollkarte bestätigt. Die Kontrollkarte war nicht übertragbar; monatlich waren zwei Briefe erlaubt.

Quelle: Fußnote aus dem Buch „Langweilig war es nie ...“

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(7) Die Schutzstaffel (SS) war eine nationalsozialistische Organisation in der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus, die der NSDAP und Adolf Hitler als Herrschafts- und Unterdrückungsinstrument diente. In ihren Verantwortungsbereich fielen … Betrieb und Verwaltung von Konzentrations- und Vernichtungslagern … waren an der Planung und Durchführung des Holocausts und anderer Völkermorde vorrangig beteiligt.

Quelle: wikipedia

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(8) Die Abkürzung YMCA steht für Young Men‘s Christian Association, deutsch: Christlicher Verein junger Menschen (CVJM).

Quelle: wikipedia

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(9) UNO, eine Organisation der Vereinten Nationen, ist ein zwischenstaatlicher Zusammenschluss von 193 Staaten und als globale internationale Organisation ein uneingeschränkt anerkanntes Völkerrechtssubjekt.

Quelle: wikipedia

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(10) Die Großstadt Czestochowa (Tschenstochau) ist mit fast 220.000 Einwohnern die nach Katowice zweitgrößte Stadt der Woiwodschaft Schlesiens. Sie ist durch die Ikone der „Schwarzen Madonna von Tschenstochau“ im Kloster Jasna Gora weltbekannt. Das Marienbildnis wird von der polnischen Bevölkerung als nationales Symbol verehrt und ist jährlich Ziel von mehreren Millionen Pilgern.

Quelle: wikipedia

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(11) Lech Walesa ist ein polnischer Politiker und Friedensnobelpreisträger. Von Beruf Elektriker, war er von 1980 bis 1990 Vorsitzender der Gewerkschaft Solidarnosc und von 1990 bis 1995 Staatspräsident Polens. Als Gewerkschafter organisierte er in den 1980er Jahren den politischen Wandel von einem realsozialistischen zu einem demokratie-marktwirtschaftlichen System der „Dritten Polnischen Republik“ maßgeblich mit.

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(12) Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde ab 7.7.1951 durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss per Erlass gestiftet … Der Orden wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt …

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(13) Leo Statz (1898 bis 1943) war ein deutscher Unternehmer und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Er wuchs in Düsseldorf auf und legte mit 17 Jahren sein Abitur ab. Als Offizier nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Im Jahr 1927 wurde Statz in Birresborn Direktor der Birresborner Mineralbrunnen AG. Ab 1931 war der Katholik Mitglied der Zentrumspartei und stand nach 1933 in Opposition zu den Nationalsozialisten, die 1934 seinen Vetter Erich Klausener ermordeten.

Leo Statz war im Düsseldorfer Karneval stark engagiert. Er verfasste Karnevalslieder und humorvolle Gedichte, früh war er Mitglied im Großen Schützenverein und bei den Düsseldorfer Jonges, später wurde er Präsident des Karnevalsausschusses der Stadt Düsseldorf. In Konflikt mit den Nationalsozialisten kam er beispielsweise durch das Karnevalslied „Duze, Duze, Duze mich“, da es von vielen in Anspielung auf Mussolini als „Duce, Duce, Duce ...“ gesungen wurde.

Am 1. September 1943 verhaftete ihn die Gestapo, nachdem er von einem Angestellten seiner Firma angezeigt worden war. Statz soll zu schwer versehrten Soldaten gesagt haben, dass sie sich ihre Knochen nicht für das deutsche Volk, sondern für Hitler zusammenschießen ließen. Am 27. September 1943 fand die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof unter dessen Präsidenten Freisler statt. Statz wurde wegen „Zersetzungspropaganda“ zum Tode verurteilt. Trotz zahlreicher Gnadengesuche wurde die Hinrichtung durch Enthauptung am 1. November 1943 vollstreckt.

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Auszug aus „Langweilig war es nie – Die Lebensgeschichte des Ehepaares Werner und AdeleN.“;

Hier: Ehemann Werner N. seine Männerfreundschaft mit Stanis

Erzählung von Werner und Adele N., aufgeschrieben von Rosi A., bearbeitet von Barbara H.


Fotos: Chr. Dorn/Peter H. / Pixabay